The Art of Rock – A Spectacular Visual And Oral History

Autor: Paul Grushkin  Verlag: Edition Olms, September 2020  Umfang: US-Originalausgabe, 516 Seiten, Hardcover, 25 × 30 cm ISBN: 978-3-283-01298-4  Preis: € (D): 39,95, € (A): 41,10, sFr.: 48.50 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Edition Olms

Während es mittlerweile eine ganze Reihe von Bildbänden gibt, die sich mit außergewöhnlichen Plattenhüllen der vergangenen Jahrzehnte beschäftigen, stehen im Mittelpunkt von The Art Of Rock – A Spectacular Visual And Oral History Konzertplakate der letzten 60 Jahre. Nach diversen Einleitungsworten des Autors und Herausgebers Paul D. Grushkin sowie weiterer Spezialisten, bietet das 516 Seiten umfassende großformatige Buch einen äußerst ausführlichen Überblick bezüglich der Geschichte des Konzertplakates, von den schlichten Anfängen – Plakate, auf denen lediglich die Namen der auftretenden Künstler abgedruckt sind – bis hin zu eigenständigen Kunstwerken, für die schon längst auf weltweit stattfindenden Auktionen horrende Preise gezahlt werden.

Ursprünglich erschien The Art Of Rock bereits 1987, und somit ist auch zu erklären, dass das letzte der insgesamt fünf Kapitel den Titel trägt The New Music: 1976 – 1987 und sich vornehmlich Künstlern widmet, die man im weitesten Sinne der Punk – und New Wave-Szene zuordnen kann. Die vorangegangenen, chronologisch angeordneten Kapitel tragen die Überschriften Roots: 1955 – 1965, The Psychedelic Years In San Francisco: 1965 – 1971, The Psychedelic Years In Southern California And The Rest Of The World: 1965 – 1971 und The Mainstream: 1969 – 1987.

Wie man bereits an dieser Einteilung eindeutig erkennen kann, liegt der Schwerpunkt demnach auf dem sog. „Psychedelic“-Genre, das von San Francisco aus mit Bands wie Grateful Dead, Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service oder Big Brother & The Holding Company sehr schnell weltweite Popularität erlangte. Einer der führenden, für die damals entstandenen Konzertplakate verantwortlichen Künstler, Stanley Mouse, fasst in einem Satz zusammen, worin die Besonderheit lag: „The 1960s posters were where fine art and commercial art met. It was a great time – it meant breaking all the rules.“

© Edition Olms

Neben den überwiegend in Farbe abgedruckten und vielfach auch großformatigen Originalplakaten erfährt man in den dazugehörigen Texten nicht nur etwas über deren Zustandekommen, sondern auch eine ganze Menge interessanter Fakten über die Bands sowie die Epoche, in der das alles entstanden ist.

Vielleicht ergeht es dem einen oder anderen Leser auch so wie dem Verfasser dieser Zeilen, als er auf Seite 311 ein Plakat von Jimi Hendrix erblickte, das für einen Auftritt im Stuttgarter Beethovensaal am 15. 1. 1969 warb; besagtes Plakat hing etliche Jahre in seinem Arbeitszimmer, bevor es bei einem der Umzüge, die man als junger Mensch nun einmal mitmacht, spurlos verschwand. Und heute ist es natürlich ein Vermögen wert…

© Edition Olms

Verständlich wird beim Durchblättern dieses Prachtbandes auch, warum nach der musikalischen und optischen Opulenz des sog. „Mainstream“ etwas radikal Reduziertes kommen musste; „The rise of punk and new wave was as much a challenge to the rock music establishment as were the psychedelic developments of the late 1960s. Mainstream rock of the 1970s had become big business, slick, professional, and removed from its audience. It had become safe. Punk and new wave offered anything but safety and predictability. It was music – as well as fashion and graphic art – for people who flaunted their outrageousness.“ Und entsprechend schlicht und „primitiv“ fielen denn auch die Konzertplakate für The Clash, Dead Kennedys oder Gang Of Four aus.

© Edition Olms
Die nun vorliegende autorisierte Ausgabe von The Art Of Rock, die erst 2020 speziell für Deutschland, Schweiz und Österreich (allerdings nach wie vor auf Englisch) veröffentlicht wurde, richtet sich in erster Linie an Musikfans ab einem bestimmten Alter, von denen man annehmen kann, dass sie mit den darin vorgestellten Künstlern auch etwas anfangen können. Die großzügige Aufmachung und die hervorragenden Reproduktionen der Originalplakate – auch eine Reihe von sog. „backstage passes“ kann man übrigens bewundern – garantieren, dass man den Band nicht nur zur Dekoration sichtbar im Wohnzimmer platziert, sondern immer wieder mal zur Hand nimmt, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..